Kulturlandschaften im Wandel

Nach der Eroberung des Treverergebietes wurden die klimatisch begünstigten Moseltallagen durch den Import römisch - mediterraner Frucht- und Obstsorten bereichert. Schon im .1 Jh. n. Chr. begann neben der Anpflanzung von Aprikose, Walnuss und vielen anderen heute fest ni unserem Speiseplan verankerten Sorten, auch der Weinbau an den Hängen des Moseltals.

Der Ortsname der Gemeinde Pommern steht in engem Zusammenhang mit dieser reichen Anbaukultur. Angelehnt an das römische pomum (Obstfrucht) und symbolisiert durch die römische Göttin Pomona als göttlicher Obstsegen spiegelt sich hier die zweitausendjährige Landschaftskultur der Region wider. Auch im Tempelbezirk auf dem Martberg fanden sich Hinweise auf den Fruchtbarkeitskult der Pomona. Bemalte Wandputzfragmente zeigen einen Korb mit Trauben und Obst. Dieses Motiv wurde in der Rekonstruktion der römischen Wandmalereien im großen Umgangstempel aufgenommen und kann im Archäologiepark Martberg besichtigt werden.

Neben dem wirtschaftlichen Nutzen und kulinarischen Genüssen kam den neu importierten Früchten eine wichtige Rolle im Kultgeschehen der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt zu. Als erschwingliche Opfergabe der einfachen Leute waren diese ein adäquater Ausdruck der Bitte um göttlichen Beistand für Fruchtbarkeit und reiche Ernte aus Gärten und Weinbergen. Die Opfergaben verdeutlichen die antike Form der Götterverehrung nach dem Prinzip des do et des, ich gebe, auf dass du gibst...

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