Die Pfostenschlitzmauer auf dem Martberg
Die Hochterrassen des Mart- und Hüttenbergs weisen im Verlauf der Hangkanten zu den steil abfallenden Kerbtälern von Mosel, Pommerbach und Brohlbach teilweise noch deutlich sichtbare Reste spätkeltischer Befestigungsanlagen aus dem 1.Jh.v.Chr. auf.
Eine 3,5 km lange Pfostenschlitzmauer vom Typ Altkönig-Preist bildet einen Ringwall. Die Frontmauern waren aus trocken gemauerten, kleinteiligen Grauwacke- und Schiefersteinen mit senkrecht stehenden, stabilisierenden Holzbalken errichtet, die ursprüngliche Höhe erreichte ca. 3 m. Ein Erdwall wurde hinter dieser Pfostenschlitzmauer angeschüttet, so dass eine mehrere Meter starke Befestigung entstand. Der Zugang zum Bergplateau erfolgte im Nordosten über den Hüttenberg. Nahe der Landstraße Karden - Brohl wird der schmale Grat mi Übergang zum Hüttenberg durch ein doppeltes Wall-Grabensystem abgeriegelt, eine Toranlage ist im Bereich des Überganges vom Mart- zum Hüttenberg zu lokalisieren. Hier konnte eine Holzbefestigung nachgewiesen werden, starke Brandspuren und Bodenverziegelungen weisen auf einen Großbrand hin.
Der historische Hintergrund, kriegerische Auseinandersetzungen oder ein Unfallfeuer, ist durch zukünftige Ausgrabungen zu erforschen. Die großflächige Befestigung Wohnbebauung in Kombination mit der dichten unterstreicht eindrucksvoll den zentralörtlichen Charakter eines Oppidums.
Als religiöses, wirtschaftliches, politisches und auch militärisches Zentrum war ein fortifikatorischer Schutz notwendig. Die Befestigung des Martbergs dürfte nicht ausschließlich als militärische sondern im An lage, Sinne einer Demarkationslinie einer Zentralsiedlung zu verstehen sein. Die eindrucksvolle Ansicht der Befestigungsanlage und die dahinter stehende Organisations- und Arbeitsleistung repräsentierten Macht und Einfluss der Treverer, bzw. der adligen Elite des Stammes.